Hackathon-Gewinner plant den Aufbau eines dynamischen Bitcoin-Webs

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By Jamie McKane Published: October 27, 2021

Ein Höhepunkt der jüngsten CoinGeek-Konferenz 2021 in New York waren die Präsentationen der drei Finalisten des 4. BSV-Hackathons sowie das Feedback der Jury, die über ihre endgültige Platzierung entschied.

Drei Projekte – CATN8, TKS Pnt und Bitcoin Phone – konkurrierten um den größten Anteil des Hackathons-Preispools im Wert von 100.000 US-Dollar. Nachdem es im Anschluss an die Abstimmung der Juroren zu einer spannenden Patt-Situation zwischen Bitcoin Phone und TKS Pnt kam, ernannte die Publikumsabstimmung Bitcoin Phone zum Gewinner des 4. BSV Hackathons und des 50.000 US-Dollar-Preises für den ersten Platz.

TKS Pnt wurde mit dem zweiten Platz und somit einem Preisgeld von 30.000 US-Dollar ausgezeichnet, während CATN8 den dritten Platz und ein Preisgeld von 20.000 US-Dollar für sein Hackathon-Projekt erhielt.

What is Bitcoin Phone

Bitcoin Phone ist ein Projekt des kanadischen Entwicklers Joe Thomas mit dem Ziel, dynamische Transaktionen und Netzwerkkommunikation in Echtzeit in der BSV-Blockchain zu ermöglichen. Thomas‘ Lösung ist das weltweit erste Voice-over-Protokoll für Bitcoin, das Sprachdaten über das Bitcoin-Netzwerk übertragen kann, indem es die Nicht-Endgültigkeit von nSequence nutzt, um Datenstreaming nahezu in Echtzeit zu ermöglichen.

Das ermöglicht es den Menschen, Sprachanrufe durch das Medium von Bitcoin-Transaktionen auf der BSV-Blockchain zu tätigen. Aufgrund der Natur von Bitcoin und Zahlungskanälen kann diese Kommunikation auch mit Zahlungen verknüpft werden, was eine Vielzahl potenzieller Anwendungsfälle in vielen Industriezweigen eröffnet.

Thomas ging in seiner Präsentation vor den Hackathon-Juroren auf der CoinGeek in New York näher auf die potenziellen Anwendungen des Bitcoin Phone-Protokolls ein. Im Zuge der Präsentation zeigte er, wie dieses Protokoll und seine inhärente Verbindung zu Bitcoin-Zahlungen die Tutoren- und Sprachdienstleistungsbranche revolutionieren könnte, indem es Tutoren ermöglicht, in Bezug auf den Preis für ihre Dienstleistungen zu konkurrieren und außerdem sofort bezahlt zu werden, ohne die Stolpersteine überwinden zu müssen, die in den aktuellen internetbasierten Plattformen für diese Branche vorhanden sind.

Wird dieser Art von Plattform ein auf dem Bitcoin Phone-Protokoll basierendes Auktionssystem hinzufügt, könnten die Nutzer zudem gegeneinander für einen Lehrauftrag bieten. Auf diese Weise wird ein wettbewerbsfähiger Preis erreicht und die Zufriedenheit aller Beteiligten gewährleistet. Diese Art von System ist in den derzeitigen Systemen nur schwer zu realisieren. Der Grund hierfür sind die hohen Transaktionsgebühren für herkömmliche digitale Zahlungen sowie die Schwierigkeit, ein Ausschreibungssystem in diese Plattformen zu integrieren.

Dank der BSV-Blockchain und dem Bitcoin-Protokoll ist die Implementierung eines Auktionssystems innerhalb eines Produkts, das auf dem Bitcoin Phone-Protokoll läuft, jedoch relativ einfach, da die Echtzeit-Kommunikation bereits auf Bitcoin-Transaktionen basiert, die in Zahlungskanälen erfasst und in die BSV-Blockchain geschrieben werden.

Bitcoin Association sprach mit dem Erfinder von Bitcoin Phone, Joe Thomas, um mehr über seine Erfahrungen mit dem Hackathon zu erfahren und ihn zu fragen, was seine Pläne nach dem Gewinn des Wettbewerbs sind.

 

Die Teilnahme am Hackathon

How Does Bitcoin Phone Work

Der 4. BSV-Hackathon umfasste eine sechswöchige Programmierrunde, in der die Teilnehmer eine Anwendung oder einen Dienst entwickeln sollten, der die „Peer-to-Peer“-Funktionalitäten der BSV-Blockchain verwendet. Thomas‘ Lösung war hier einzigartig, da sie das nSequence-Attribut von Bitcoin-Transaktionen nutzt, um eine dynamische Kommunikation zu ermöglichen – was die Anforderung des Hackathon-Problems auf unerwartete Weise erfüllte.

Thomas ist seit einiger Zeit in das BSV-Ökosystem involviert – er wechselte aufgrund der jeweiligen Abspaltungen von der BTC-Blockchain im Jahr 2017 zu Bitcoin Cash und im Jahr 2018 zu BSV. Er hat mit mehreren Diensten experimentiert, die alle mit der Blockchain interagieren, und forscht begeistert nach neuen Ideen für Anwendungen, die die Leistungsfähigkeit des BSV-Protokolls nutzen können.

„Ich bin schon eine Weile in diesem Bereich tätig – ich wechselte 2017 zu Bitcoin Cash und 2018 zu Bitcoin SV. Ich habe an ein paar kleinen Projekten gearbeitet; als sich BSV aufspaltete, habe ich einen Block-Explorer namens SVBlocks kreiert, und später habe ich eine Plattform namens Page Return ins Leben gerufen, mit der man Inhalte einsehen kann, die man auf der Chain gepostet hat“, sagt Thomas.

Seine Idee für Bitcoin Phone entstand nach viel Recherche und Nachforschungen darüber, wie dynamische Kommunikation auf der BSV-Blockchain möglich gemacht werden könnte. Er entschied sich schließlich für die Verwendung von Zahlungskanälen und eines Sprachverschlüsselungsprotokolls, um einen Proof-of-Concept für Bitcoin Phone zu erstellen.

„Auf die Idee mit den Zahlungskanälen bin ich gekommen, nachdem ich viel gelesen und nachgedacht hatte. Und eines Tages machte es bei der Frage, wie Bitcoin das Internet absorbieren könnte, einfach „klick“. Die Idee war anfangs einfach absolut aufregend und dann dachte ich, okay, Voice-over-Bitcoin wäre der erste Schritt, um dies zu erreichen“, sagt er.

Thomas‘ Hackathon-Beitrag war ein minimal marktfähiges Produkt (Minimum Viable Product, MVP), das Echtzeit-Sprachkommunikation auf der BSV-Blockchain unter Verwendung von Zahlungskanälen und On-Chain-Transaktionen demonstrierte. Das Protokoll verpackt Sprachdaten in eine nicht abgeschlossene Bitcoin-Transaktion, die anschließend an das Netzwerk gesendet wird. Hörer nutzen einen Bloom-Filtersatz, um die Daten zu empfangen, die Transaktionen zu entpacken und die Audiodateien direkt durch ihren Lautsprecher abzuspielen.

Zusätzlich zu dem Code und der Erläuterung seines neuen Protokolls übermittelte Thomas auch eine Aufzeichnung eines Echtzeit-Sprachanrufs, der über das Bitcoin-Netzwerk geführt wurde, sowie die in die BSV-Blockchain geschriebenen Transaktionen, die nachweisen, dass das Protokoll genau wie geplant funktioniert.

Laut Thomas war es eine Herausforderung, an dem Hackathon-Projekt zu arbeiten und gleichzeitig einem Vollzeitjob nachzugehen. Er dankte den Menschen in seinem Umfeld für die Unterstützung und dafür, dass sie ihm dabei geholfen haben, rechtzeitig vor Ablauf der Frist eine funktionierende Version seines Protokolls einzureichen.

Ich bin sehr dankbar für die Menschen, die mir beim Testen geholfen haben, ebenso wie für alle, die auch weiterhin an dem Projekt arbeiten sowie für all die Unterstützung, die ich auf Twitter erhalten habe, was alles sehr ermutigend war”, sagt er.

 

Aufbau des dynamischen Bitcoin-Web

The Later Bitcoin Network

Das von Thomas eingereichte Hackathon-Projekt zeigte eine praktikable Implementierung eines Voice-over-Bitcoin-Protokolls und brachte ihm die Chance, seine Idee als einer von drei Finalisten auf der CoinGeek-Konferenz in New York zu präsentieren. Das Potenzial des dem Bitcoin Phone zugrunde liegenden Mechanismus geht jedoch über einfache Sprachanrufe hinaus und könnte dazu führen, dass sich das Bitcoin-Netzwerk zu einer neuen, effizienteren Version des Internets selbst entwickelt.

Er weist darauf hin, dass die wichtigste Eigenschaft seines Projekts die Implementierung dynamischer Transaktionen und von Netzwerkkommunikation in Echtzeit auf der BSV-Blockchain sei, im Gegensatz zur bis dato statischen Natur des Ledgers.

„Denkt man an Bitcoin vor dieser Entwicklung, sind die meisten Interaktionen sehr statisch – man lädt eine Datei auf die Chain hoch, man liest eine Datei von der Chain. Was ich hier vorstelle, ist die Erstellung eines dynamischen Internets – wobei man mit jemandem im Netzwerk kommunizieren kann. Nachdem ich gewonnen hatte, wurde mir klar, dass das hier etwas ist, was den Menschen wirklich wichtig ist, und dass sie das Potenzial erkennen“, sagt Thomas.

„Wir schaffen das dynamische Bitcoin-Web. Bis jetzt waren alle Transaktionen statisch – man liest und schreibt, aber es gibt keine Interaktivität, und genau das bringen wir jetzt zu Bitcoin.“

Auf die Frage nach seinen Plänen für die Zukunft wies Thomas darauf hin, dass noch an der Implementierung weiterer Funktionen und an der Lösung von Anwendungsfällen gearbeitet werden muss. Er hat jedoch eine klar definierte Vision für die Migration der dynamischen Internetkommunikation auf der BSV-Blockchain, um die Effizienz zu verbessern und Zahlungen einfach zu integrieren.

„In gewisser Hinsicht ist geplant, die Technologie der Zahlungskanäle weiterzuentwickeln. Auf lange Sicht besteht das Ziel darin, herauszufinden, wie viel der bereits im Internet erfolgenden Peer-to-Peer-Kommunikation auf Bitcoin übertragen werden kann. Wir wollen Verbindungsdienste für Zahlungskanäle zu Verfügung stellen, sowohl für die Telefonanwendung als auch für andere potenzielle Anwendungen“, sagt er.

„Ich bin absolut von dieser Technologie überzeugt – es gibt sie und die Menschen können sie nutzen.

 

Potenzielle Anwendungen und zukünftige Funktionalitäten

Während seiner Präsentation vor der Jury auf der CoinGeek in New York nutzte Thomas das Beispiel der Tutoren- und Sprachdienstleistungsbranche, um die Funktionsfähigkeit des Bitcoin Phone-Protokolls und der Blockchain-basierten dynamischen Kommunikation zu demonstrieren.

Dank der Effizienz und geringen Transaktionsgebühren der BSV-Blockchain können viele Probleme der derzeitigen Online-Tutorplattformen gelöst werden, insbesondere wenn es um Plattformen geht, die für den Sprachunterricht ausgelegt sind. Eine auf Bitcoin Phone aufbauende Lösung könnte zudem Tutoren, die in entlegeneren Ländern ansässig sind, eine bessere Zugänglichkeit ermöglichen, da sie ein eingebautes Auktions- und Ausschreibungssystem nutzen könnten, um mit anderen Tutoren auf der ganzen Welt zu konkurrieren.

„Die Menschen auf diesen Plattformen möchten ihr Geld sofort erhalten und so schnell wie möglich bezahlt werden. Dies sind die beiden Aspekte, auf die man mit Bitcoin eingehen kann, denn allein durch die berechtigungsfreie Natur des Bitcoin-Netzwerks wird der Preis für Transaktionen von uns so niedrig wie möglich gehalten. Da es sich um Bitcoin und Zahlungskanäle handelt, erfolgt die Zahlung sofort“, erklärt Thomas.

Während seiner Präsentation erkannten die Juroren und das Publikum das bedeutende Potenzial eines Protokolls, das eine dynamische Kommunikation auf der BSV-Blockchain möglich macht, sowie die unzähligen Möglichkeiten, wie diese Infrastruktur genutzt und monetarisiert werden kann.

Nach seinem Hackathon-Sieg hat Thomas ein kleines Team für die Arbeit an seinem Projekt rekrutiert. Während sie noch immer Geschäftsfälle erforschen und potenzielle Möglichkeiten der Vermarktung in Betracht ziehen, weißt er auch darauf hin, dass sie zusätzlich zur Erstellung von Plattformen auf dem Protokoll selbst auch das Ziel haben, letztendlich Dienstleistungen zur Protokollintegration für Entwickler anzubieten, die Anwendungen auf dem Bitcoin Phone-Protokoll aufbauen möchten.

Bevor diese jedoch getestet oder eingeführt werden können, müssen zusätzliche Funktionen auf dem Protokoll implementiert werden, um ein voll funktionsfähiges und zugängliches Netzwerk bereitzustellen, was laut Thomas einen unmittelbaren Schwerpunkt der Entwicklungsstrategie darstellt. Das erste Problem, das es zu lösen gilt, ist das der Peer-Erkennung – d.h. zu wissen, wann jemand anderes aktiv und in der Lage ist, Echtzeit-Audioübertragungen über das BSV-Netzwerk zu empfangen.

„Ich denke, das größte Problem ist die Peer-Erkennung – wie erkennt man jemanden im Netzwerk, mit dem man kommunizieren möchte? Was Bitcoin angeht, können wir das dezentral umsetzen, indem wir die Menschen über das Netzwerk pingen lassen“, sagt er.

„Ich denke, das ist die nächste Funktionalität, die für die Interaktion im Netz erforderlich wird. Denn nur so hat man eine Möglichkeit, Menschen im Netzwerk zu erkennen, kann man mit Menschen im Netzwerk kommunizieren und hat eine Möglichkeit, Leute im Netzwerk zu bezahlen – das ist alles, was man braucht.“

Thomas fügt hinzu, dass zudem die Integration von Ausschreibungsfunktionen durch ein Auktionssystem in Planung ist und das alles basierend auf dem Bitcoin Phone-Protokoll. Dieser Schritt würde viele der Anwendungsfälle für seine Technologie möglich machen, die er bereits in seiner Präsentation beschrieben hat. Er würde zudem die Schaffung effizienter und attraktiver geschäftlicher Anwendungsfälle für das Protokoll und die BSV-Blockchain erleichtern.

„Wir werden Auktionssysteme einführen, die im derzeitigen Internet unmöglich effizient umgesetzt werden können. Auschreibungen im BSV sind hingegen ganz einfach – es sind nur Daten. Das ist ein weiterer Aspekt, dne wir anbieten möchten, weil er mit dem [Bitcoin Phone]]-Protokoll nicht nativ möglich ist. Das ist also ein Dienst, den wir irgendwann zur Verfügung stellen müssen,“ sagt er.

Nach einer beeindruckenden Präsentation und dem Sieg auf der CoinGeek in New York haben Thomas und sein Team noch viel Arbeit vor sich. Er ist jedoch zuversichtlich, dass er ein dynamisches Bitcoin-Web schaffen kann, und bedankt sich für die Unterstützung seiner Freunde, anderer Entwickler und der BSV-Community, die ihn ermutigt und bei der Erreichung seines Ziels unterstützt haben.